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Krypto-Gebühren verstehen
Jede Gebühr, die du beim Kaufen, Halten und Bewegen von Krypto tatsächlich zahlst — einschließlich der, die gar nicht als Gebühr bezeichnet werden.
Kurz gefasst
Du zahlst Börsenprovision, den Spread, Einzahlungs- und Auszahlungsgebühren sowie Netzwerkgebühren. Der Spread ist meist der größte Posten und wird fast nie als Gebühr ausgewiesen.
Zentrale Begriffe
- Der Spread ist ein echter Kostenfaktor und wird selten als solcher gekennzeichnet
- Netzwerkgebühren hängen von der Auslastung ab, nicht vom gesendeten Betrag
- Karteneinzahlungen kosten meist deutlich mehr als Überweisungen
- Fehlgeschlagene Transaktionen kosten trotzdem Gas
- Kleine Überweisungen können bei hoher Auslastung unwirtschaftlich werden
Krypto-Gebühren sind ungewöhnlich undurchsichtig, und die größte ist meist unsichtbar. Hier das vollständige Bild.
1. Börsenprovision
Die beworbene Handelsgebühr, typischerweise ein Prozentsatz des Trades. Viele Plattformen nutzen ein Maker/Taker-Modell: Liquidität mit einer Limit-Order hinzuzufügen, die im Orderbuch liegen bleibt (Maker), kostet weniger, als bestehende Liquidität sofort zu nehmen (Taker). Eine Limit-Order zu nutzen kann diese Gebühr also einfach senken.
2. Der Spread — meist die größte
Der Spread ist die Lücke zwischen bestem Kauf- und bestem Verkaufspreis. Kaufst und verkaufst du sofort wieder, verlierst du diese Differenz noch vor jeder Provision.
So verdienen „provisionsfreie“ Plattformen Geld. Ein Spread von 2 % bei einem Kauf kostet dich 2 %, egal was die beworbene Provision sagt. Das sind echte Kosten, nur nicht ausgewiesen.
So misst du ihn: Sieh dir Kauf- und Verkaufspreis für dasselbe Asset zum selben Zeitpunkt an. Diese Lücke sind deine Hin-und-zurück-Kosten.
3. Einzahlungsgebühren
Überweisung ist meist günstig oder kostenlos, aber langsamer. Karteneinzahlungen sind sofort und kosten typischerweise mehrere Prozent — ein spürbarer Biss aus einem kleinen ersten Kauf. Wenn du es nicht eilig hast, ist die Überweisung fast immer die bessere Wahl.
Achte auch auf Währungsumrechnung: Zahlst du in einer Währung ein, um in einer anderen zu handeln, kann eine Umrechnungsmarge weit über dem Interbankenkurs anfallen.
4. Auszahlungsgebühren
Fällig, wenn du Krypto von der Plattform bewegst. Manche Börsen reichen die tatsächlichen Netzwerkkosten durch; andere berechnen einen festen Betrag deutlich darüber und behalten die Differenz. Das lohnt sich vor der Plattformwahl zu prüfen, denn es fällt jedes Mal an, wenn du in Self-Custody gehst.
5. Netzwerkgebühren
Gehen an die Blockchain selbst, nicht an ein Unternehmen. Zwei Eigenschaften überraschen Menschen:
Sie hängen nicht vom Betrag ab. 10 € und 10.000 € zu senden kann gleich viel kosten, weil die Gebühr Blockplatz bepreist, nicht Wert. Das macht kleine Überweisungen unverhältnismäßig teuer.
Sie schwanken mit der Auslastung. Bei Ethereum ist Gas eine Auktion: Bei hoher Nachfrage steigen die Gebühren innerhalb von Minuten stark. Dieselbe Transaktion kann Cent-Beträge oder deutlich mehr kosten, je nachdem, wann du sie sendest.
Ein dritter Punkt, der Menschen überrascht: Eine fehlgeschlagene Transaktion kostet trotzdem Gas. Das Netzwerk hat die Arbeit vor dem Fehlschlag erledigt, du kannst also zahlen und nichts erhalten — etwa wenn ein Swap wegen Slippage scheitert.
6. Kosten, die keine Gebühren sind
- Slippage. Einen schlechteren Preis zu bekommen als angezeigt, weil deine Order den Markt bewegt hat. Echtes Geld, kein Posten in der Abrechnung.
- Umrechnungsmargen. Der Kurs, der bei der Umrechnung deiner Währung angewendet wird.
- Steuerereignisse. In vielen Rechtsräumen ist jede Veräußerung steuerpflichtig — siehe wie Krypto besteuert wird.
Wie du weniger zahlst
- Nutze für Einzahlungen Überweisung statt Karte.
- Nutze wo verfügbar Limit-Orders — bessere Preiskontrolle und oft eine niedrigere Gebührenstufe.
- Fasse Auszahlungen zusammen, statt wiederholt kleine Beträge zu bewegen.
- Prüfe die Netzwerkauslastung vor einem Transfer; Gebühren fallen zu ruhigeren Zeiten deutlich niedriger aus.
- Vergleiche Plattformen anhand der Hin-und-zurück-Kosten, nicht der beworbenen Provision.
Was du als Nächstes lesen solltest
Als Nächstes: Market-Orders vs. Limit-Orders.
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